Griechische Philosophen

Pythagoras

Pythagoras war ein griechischer Philosoph, Mathematiker, Astronom und Priester. Er wurde 570 v. Chr. (Samos) geboren und starb 510 v. Chr. (Croton in Süditalien). Er erhielt den Spitznamen "Vater der Zahlen".

Pythagoras' Vater war Mésarchos, der entweder Kaufmann oder Ringgraveur war. Seine Lehrer waren Pherecydes von Syros und Anaximandros.

Als junger Mann reiste Pythagoras viel und besuchte Orte wie Babylonien und Ägypten. Um 530 v. Chr. floh er aus Samos, als der Tyrann Polykrates dort die Macht ergriff. Anschließend gründete er eine philosophische Schule im heutigen Crotone in Kalabrien. Dies verschaffte ihm auch erheblichen öffentlichen Einfluss. Als es jedoch zu einem Streit zwischen seiner Stadt und Sybaris über die Aufteilung des eroberten Landes kam, richtete sich der Zorn gegen Pythagoras. Deshalb verließ er 510 v. Chr. die Stadt und ließ sich in Metapontus bei Tarent nieder, wo er starb. Nach seinem Tod errichteten die Bürger in seinem Haus einen Tempel für die Göttin Demeter.

Die Lehren des Pythagoras sind ein Rätsel, da es sehr widersprüchliche Berichte über ihn gibt. Realistisch betrachtet scheint es zwei Hauptaspekte zu geben, nämlich religiöse Lehren und die Praxis und das Interesse an Zahlen. Wichtig war ihm auch die Lehre vom Verhältnis von Seele und Körper.

Die "Schule" des Pythagoras war einem modernen Kloster sehr ähnlich, in dem ein asketisches Leben gepflegt und Gottesdienste abgehalten werden. Pythagoras forderte strenge Disziplin und Reinheit. Seine Jünger nannten ihn einen Weisen, aber er zog es vor, als "Liebhaber der Weisheit" (filosofos von philein, "lieben", und sofos, "weise") bezeichnet zu werden. Seine Anhänger nannten sich dann Philosophen.

Nach Pythagoras sind die vollkommensten geometrischen Figuren die Kugel und der Kreis, dann das Quadrat als Symbol für die vier Elemente. Zu den Konzepten des Pythagoras gehört das "Viereck", d. h. die Folge der Zahlen 1, 2, 3 und 4, deren Summe zehn ist.

Außerdem entdeckte Pythagoras die Beziehung zwischen der Länge der Saite und den Tönen der Tonleiter: eine halbe Saite klingt eine Oktave höher, eine Zweidrittelsaite eine Quinte usw.

Der berühmteste ist zweifellos der "Satz des Pythagoras", der lautet: "Die Summe der Inhalte der Quadrate über den beiden Schenkeln eines rechtwinkligen Dreiecks ist gleich dem Inhalt des Quadrats über der Hypotenuse". Der allgemeine Beweis des Theorems wird traditionell den Ägyptern oder Babyloniern zugeschrieben. Und hier lernte Pythagoras sie auf seinen Reisen kennen. Moderne Gelehrte bestreiten dies aufgrund der Sprachbarriere.